Tag des Denkmals 2018: Schätze teilen – Europäisches Kulturerbejahr

Die Europäische Union erklärte das Jahr 2018 zum Europäischen Jahr des Kulturerbes. Das Themenjahr soll das Bewusstsein für die europäische Geschichte und die europäischen Werte schärfen und das Gefühl einer europäischen Identität stärken. Ziel aller in diesem Rahmen gesetzten Maßnahmen ist es, die Bedeutung des Kulturerbes für die Gesellschaft und Wirtschaft aufzuzeigen und seine Rolle in dessen Erhaltung, Schutz und Zugänglichkeit bewusst zu machen. Eine besondere Berücksichtigung sollen dabei aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung, Finanzierung, Umweltbelastung und illegaler Handel mit Kulturgütern finden.

2018 ist zudem ein bedeutendes Gedenkjahr. Vor 100 Jahren wurde die Erste Republik gegründet. Der Todestag des Schriftstellers und Malers Adalbert Stifter jährt sich zum 150. Mal, und zum 100. Todestag gedenken wir den Künstlern Gustav Klimt, Egon Schiele, Koloman Moser und dem Architekten Otto Wagner.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Archäologie, die es ermöglicht, die Schätze, welche die Geschichte birgt, aufzudecken und den Menschen zugänglich zu machen. Passend dazu zeigt der Tag des Denkmals im Europäischen Kulturerbejahr unter dem Motto „Schätze teilen“ die bedeutsame Rolle der Denkmale für die Bewusstseinsbildung auf und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung europäischer Werte und Identität.

Details

image_pdfimage_print

European Heritage Academy

Demnächst: Summer Academy 2018

Am 20. und 21. August 2018 findet in der Kartause Mauerbach unsere diesjährige Summer Academy statt. Dabei werden zwei ausgewiesene Experten aus Großbritannien die Management-Tools „Spirit of Place” und „Heritage Impact Assessment” vorstellen und deren Anwendung beschreiben. Das gesamte Seminar wird in englischer Sprache abgehalten. Details zur Summer Academy 2018 finden Sie hier zum Download.
image_pdfimage_print

NICHT IN STEIN GEMEISSELT

Kulturelles Erbe neu denken im Europäischen Kulturerbejahr 2018

Am 8. Mai 2018 trafen sich im Kunsthistorischen Museum Experten, um gemäß dem Motto „Our heritage: Where the past meets the future“ bei der gemeinsamen Veranstaltung von Bundeskanzleramt und Museum in Kooperation mit der österreichischen Kulturdokumentation und dem Creative Europe Desk Austria österreichische Projekte und Initiativen, die das reiche kulturelle Erbe unseres Landes neu bewerten, weiterentwickeln und in ein neues Licht stellen,  zu präsentieren. Unter der Moderation von Mercedes Echerer wurde referiert und diskutiert, worin der Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft besteht und wie es zeitgemäß und aktuell für die nächsten Generationen erhalten und zugänglich gemacht werden kann.

Nach Grußworten der Generaldirektorin des KHM sowie UNESCO-Koordinatorinnen des Bundeskanzleramtes geleitete der Historiker und Schriftsteller Philipp Blom mit persönlichen, philosophischen und gesellschaftspolitischen Fragen wie etwa jener der Ungleichheit zwischen Vergangenheit (vorhandenes Erbe) und Geschichte (was drüber erzählt wird) in einer Keynote „wer erbt eigentlich was“ in das Thema des Tages.

Vier Themenbereiche mit ihren spezifischen Projekten, die von Ethnologen, Historikern, Kunsthistorikern, Kunstvermittlern, Künstlern, Pomologen und Landschaftsarchitekten vorgestellt wurden, standen auf der Tagesordnung.

Der erste Schwerpunkt galt dem „IMMATERIELLEN KULTURERBE“, welches durch Improvisation und Weiterentwicklung gekennzeichnet ist, für das wir Verantwortung tragen und das von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Denn mit der Sichtbarmachung von bislang oft im Verborgenen existierenden Bräuchen, Handwerkstechniken, Ritualen, Festen, Wissen und Praktiken etc. entsteht ein neues Verständnis für regionale Besonderheiten, die von 170 Staaten in spezifische Listen eingetragen werden. Beispiel dafür ist die Lesachtaler Brotherstellung, die von der UNESCO zum „immateriellen Kulturerbe“ erkoren wurde.

An das, woran man sich nicht so gerne erinnert, daran, was im Museum nicht so gerne erzählt wird, Dingen also, die einer Gesellschaft peinlich sind, galt der zweite Themenkomplex „VERMITLUNG VON KONFLIKTBELADENEM UND SICHTBARMACHEN VON VERSTECKTEM KULTURERBE“ mit seinen innovativen Vermittlungsansätzen.

Schüler für das Kulturerbe zu begeistern und sie einzubinden, spannende Projekte und Arbeitsweisen mit jungen Menschen wie es z.B. Workshops, bei denen Interaktion und Dynamik im Zentrum stehen, sind, wurden bei der dritten und einer wesentlichen Agenda des Tages, dem „KULTURERBE FÜR JUNGE MENSCHEN“, vorgestellt.

Der Erhalt, die Verbreitung und die Entwicklung vom Aussterben bedrohter Kulturpflanzensorten, die Kultivierung von Wildpflanzen, die Wertschätzung für die Waldwirtschaft und Projekte, die zur Erhaltung forstkulturellen Erbes beitragen, wurden beim letzten Punkt “KULTURERBE UND NATUR/NACHHALTIGKEIT“ erläutert. So ist z.B. die Entwicklung der Kulturpflanzen nicht abgeschlossen und Vielfalt die beste Versicherungspolizze gegen Dürre und Klimawandel. Das kulturelle Erbe ist daher als Versicherung für das Essen von morgen – das Wissen um die Gewinnung von Saatgut wurde 2014 in das Weltkulturerbe aufgenommen – wertzuschätzen.

Beendet wurde diese informative Tagung mit einer Führung durch die von Jasper Sharp kuratierte  Ausstellung „The Shape of Time“

Zurück zum Newsletter

Nächster Reise in das Burgund, einem der bedeutendsten Kulturräume Frankreichs  Details hier

image_pdfimage_print

Europäisches Kulturerbejahr 2018

Europäisches Kulturerbejahr 2018

„Tag des Innenhofes am 30. September 2018“

Aus den „Expertengesprächen Historische Bauten und Tourismusnutzung“ der Land&Forst Betriebe Niederösterreich hat sich die „Initiative.DENKmal.KULTUR“ entwickelt. Ihr gehören die Österreichischer Burgenverein, Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H., Burghauptmannschaft, Klösterreich, Land&Forst Betriebe, Österr. Bundesforste AG, Österr. Gesellschaft der Denkmalfreunde, Österr. Gesellschaft für historische Gärten, Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. sowie der Zentralverband Haus und Eigentum an.

Die Initiative.DENKmal.KULTUR hat das gemeinsame Ziel, das österreichische kulturelle Erbe auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Sie setzt sich dafür ein, dass rechtliche, administrative und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Erhalt und die Nutzung von historischen Objekten ermöglichen. Ganz wesentlich ist ihr, dass die „gesamte Breite“ historischer Objekte (wie z.B. Schlösser, Burgen, Ruinen, Stifte, Klöster, Stadtmauern, Museen/Sammlungen, historische Bauern-/Gutshöfe und Bürgerhäuser, Marterl und Kleindenkmäler, historische Parkanlagen) davon umfasst sein muss. Denn gerade Österreich als Kulturnation wird sowohl im urbanen wie auch ländlichen Raum ganz maßgeblich durch seine historischen Objekte geprägt, die von den Eigentümern / Nutzern mit erheblichem Aufwand in Stand gehalten, gepflegt und saniert werden.

Um auch künftig dem Erhalt des kulturellen Erbes gerecht werden zu können, sieht daher die Initiative.DENKmal.KULTUR Reformbedarf bei bau- und haftungsrechtlichen sowie steuer- und abgaberechtlichen Bestimmungen. Sie hat dafür entsprechende Vorschläge erarbeitet, die sie im „Positionspapier zur Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Baudenkmäler“ darlegt. Handlungsbedarf besteht auf Bundes- und Landesebene in der Bauten- und Wohnbau-, der Justiz- und Finanzpolitik, in der Kulturförderung, im Denkmal- und Ortsbildschutz und in der Raumordnungspolitik.

Das genannte Positionspapier wird am 27. September 2018 bei der „Enquete zum Tag des Denkmals, Zukunft Denkmal – DENKmal.ZUKUNFT“ im Palais Dorotheum in Wien präsentiert werden. Weiters wird dort der Präsident von European Historic Houses, Rodolphe de Looz-Corswarem einen Impulsvortrag zum Thema „Zukunft historische Bauten in Europa – ein Vergleich“ halten.

Das Bundesdenkmalamt (BDA) hat den schon traditionellen Tag des Denkmals am letzten Sonntag im September aus Anlass des heurigen Europäischen Kulturerbejahres unter das Generalthema „Schätze teilen – Kulturerbejahr 2018“ gestellt. In dessen Rahmen findet in Kooperation mit der Initiative.DENKmal.KULTUR am 30. September 2019 erstmals ein eigener Schwerpunkt „Tag des Innenhofes“ statt.  Es freut die Initiative.DENKmal.KULTUR sehr, dass aus dem Kreis ihrer „Träger“ rund 30 Mitglieder Innenhöfe ihrer historischen Objekte für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich machen.

Rückfragen: jenner@landforstbetriebe.at

Zurück zum Newsletter

Nächster Buchtipps  für den Sommer    weiterlesen hier

image_pdfimage_print

Private Heritage Week

Schloss Niederfallabrunn

Im Rahmen des europäischen Weltkulturerbejahres 2018 bietet sich den Eigentümern historischer Objekte auch die einmalige Chance, diese ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken und somit für die Zukunft hoffentlich mehr Unterstützung und Anerkennung zu erhalten.

Innenhof

Im Rahmen der „Private Heritage Week“ am 24./25. Mai 2018 öffneten Schloss Artstetten, Schloss Hollenegg und Schloss Niederfellabrunn die Tore.

Diese Chance nutzte neben den anderen in vorbildlicher Weise auch die Familie Patricia und Philippe Kaufeler in Niederfellabrunn, die das Objekt mit Ihren drei Söhnen seit einigen Jahren mit neuem Leben erfüllen. Das kleine charmante Landschloss, nur 35 km von Wien entfernt, birgt große Geschichten. Mit viel Engagement und Unterstützung von Familie und Freunden erwartete die Besucher an diesen zwei Tagen ein breit gefächertes Programm. So waren den ganzen Samstag der Innenhof und der angeschlossene, romantische Park für die Öffentlichkeit zugänglich. Dazu wurden Getränke und Fingerfood gereicht und so manch angeregtes Gespräch in der beschaulichen Kulisse des Schlosses geführt. Als gelungene Auftaktveranstaltung bot die Mutter des jetzigen Eigentümers, Frau Dr. Teresa Kaufeler, den interessieren Besuchern einen historischen Spaziergang für Kinder und Erwachsene an – ein Streifzug durch die Jahrtausende der Ortsgeschichte. Der Weg führte vom Schloss vorbei an der ehemaligen evangelischen Kapelle zu dem in der Hallstattzeit am Leeberg aufgeschütteten Grabhügel. Allerorten erzählte Frau Kaufeler hierzu kleine Anekdoten und die Jüngsten des Hauses waren gar zur Belebung als Keltenfürsten verkleidet. Auf dem Rückweg ging der Spaziergang über den bis heute erhaltenen Pranger, der als Symbol des Marktrechtes seit 1393 und der Gerichtsbarkeit steht, zurück zum Schloss. Im weiteren Tagesverlauf standen am Samstag zwei klassische Konzerte mit jungen Musikern und Sängerinnen [Trio: Diletto unter Herbert Kamleitner/Kammersängerin Mag. Joanna Borowska Isser präsentierte:  Zuzana & Viktória Ballánová (Sopran) – Joanna Niederdorfer (Klavier)]  am Programm sowie ein Vortag über das „Funktionierende Europa am Beispiel Raumfahrt“  von DI Jean-Francois Kaufeler.  Zum Vortrag und dem Konzerte bot sich den Besuchern die Möglichkeit, den größten Saal des Schlosses im 1. Obergeschoß zu erleben.

Spaziergang

Am Sonntag bildete das Klavierkonzert von Anna Volovitch den würdigen Abschluss auf Schloss Niederfellabunn.

Doch zum Glück besteht seit über 30 Jahren die Möglichkeit, sich an einem wohl für die Musikgeschichte bedeutenden Ort an unvergesslichen Kammermusikkonzerten zu erfreuen. Denn kaum einer weiß, dass das Schloss eng mit Mozarts´ Requiem verknüpft ist. Denn hier wurde am 15. November 1770 jene Anna Magdalena Prenner, Edle von Flamberg, geboren, für die ihr Ehemann Graf Franz von Walsegg 1791 beim Ableben das Requiem bei Mozart anonym in Auftrag gab.

 

 

Zurück zum Newsletter

Nächster Workshop in der Kartause Mauerbach –  Monitoring, Pflege und Wartung in der Baudenkmalpflege    weiterlesen

 

image_pdfimage_print

ICOMOS-Österreich

 

 

ICOMOS-Österreich hat eine neue Präsidentin

 

In der Generalversammlung von ICOMOS-Österreich am Samstag den 17.3.2018 wählten die Mitglieder des Österreichischen Nationalkomitees der in Paris ansässigen NGO, derer sich die UNESCO zur Überwachung der Welterbestätten bedient, erstmalig für die nächsten drei Jahre eine Frau an ihre Spitze. Frau Dr. Caroline Jäger-Klein, Jahrgang 1966, ist außerordentliche Universitätsprofessorin für Architekturgeschichte an der Technischen Universität Wien, ist aber auch über ein großes, EU-gefördertes Forschungsprojekt zu Habsburg-Bosnien am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien tätig. Sie hat langjährige Erfahrung in der lebendigen Erhaltung des baukulturellen Erbes Österreichs und Südost-Europas und konnte zudem in der internationalen Wissenschaftswelt mit Themen zur bauphysikalischen Intelligenz traditioneller Architekturen Aufmerksamkeit erregen.

Als Vize-Präsidenten stehen der Kunsthistoriker Dr. Andreas Lehne, Jahrgang 1951, und der Jurist und Kulturmanager Dr. Christoph Ferch, Jahrgang 1959, an ihrer Seite. Der Jugendstil-Experte Dr. Lehne war viele Jahre Leiter der Abteilung Inventarisation und Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt sowie Herausgeber einschlägiger Fachpublikationen des Bundesdenkmalamtes. Dr. Ferch engagiert sich seit 2011 erfolgreich als Schützer des Welterbes in Salzburg.

Der bisherige Präsident von ICOMOS-Österreich, Universitätsprofessor Dr. Wilfried Lipp, wurde für seinen unermüdlichen 16-jährigen Einsatz zum Erhalt des Kulturerbes Österreichs zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit gewählt. Für ICOMOS International hat er sich vor allem in der Theorieentwicklung unschätzbare Verdienste erworben.

Zurück zum Newsletter

Nächster Europa Nostra – Berlin Call to Action Details hier

image_pdfimage_print